Parkhäuser kamen ursprünglich aus einer rein praktischen und leicht schmuddelig angehauchten Ecke. Mittlerweile geht der Trend jedoch zum Schmuckstück, das nicht nur gutes Geld verspricht, sondern sich auch noch weit über die Landesgrenzen sehen lassen kann.

Machen wir uns nichts vor: Parkhäuser hatten in den letzten Jahrzehnten nicht den Ruf, besonders schöne architektonische Highlights zu sein. Neben der für den Finanzmarkt bemerkenswerten Rendite von 3-5%, die man für diese ehemals rein praktischen gestalteten, überdachten Garagen erzielt, sind sie nun auch noch schön anzusehen. Der Trend zur Immobilienanlage in Form von Garagen steigt immer weiter an.

Vom Auto-Hotel zur Hochgarage

Denn auch wenn es Sie wundern wird: Parkhäuser waren schon immer darauf ausgerichtet, etwas Besonderes zu sein. In den ehemals als „Auto-Hotels“ konzipierten ersten Hochgaragen hatte jedes Automobil seine eigene abschließbare Box. Alle Garagen, wie die Kant-Garagen in Berlin, boten einen Tank- und Wasch-Service, eine Reparaturwerkstatt und hatten auch noch eine Übernachtungsmöglichkeit für den Chauffeur an Bord. Nach dem Zweiten Weltkrieg boomten dann die Parkhäuser auf der ganzen Welt. Während in den USA die überdachten Garagen und Parkhäuser vor die Städte verlegt wurden, wollte man in Europa die Menschen in die Innenstädte bringen. Die gläsernen Parkhäuser der 50er Jahre wurden zu Orten, die man lieber schnell verlässt und die weder innen noch außen Wohlwollen auslösten. Nach der Beton-Phase der 1970er kehrt man nun seit Jahren wieder dahin zurück, den „überdachten Garagen“ einen Mehrwert und ein ästhetisches Aussehen zu verleihen.

  1. Das Parkhaus als Veranstaltungsort

Miami: Die Schweizer Star-Architekten Herzog & De Meuron haben 2010 für 54 Millionen Euro ein Schmuckstück gebaut, das weit mehr als ein Parkhaus ist. Durchzogen von Bars, Restaurants, Läden und Penthouses hat sich das Parkhaus in Miami Beach in kürzester Zeit zum angesagten Kult- und Veranstaltungsort entwickelt.

Miami schönstes Parkhaus

Quelle: https://www.loopnet.com

  1. Das Parkhaus in „einfach nur schön“

Leipzig: Schlicht, aber ergreifend ist der von 2004 bis 2011 errichtete Stahlskelettbau mit einer Gebäudehülle aus Bambusstäben. Mit seiner geschwungenen Fassade und dem robusten Naturmaterial wollten die Architekten Hentrich-Petschnigg & Partner zwischen den harten Formen eines Funktionsbaus und der Naturverbundenheit des nahegelegenen Zoos vermitteln. Es ist gelungen.

Leipzig schönstes Parkhaus

Quelle: https://i.pinimg.com

  1. Das Parkhaus als Showroom

Valencia: Die Stadt steht für wissenschaftlichen Fortschritt, was auch im „L‘Umbracle“ zu sehen ist. Die futuristische Struktur ist eine Art zweigeschossiger Säulengang, auf dem unten Autos mit Blick auf einen künstlichen See parken und oben eine mit Skulpturen veredelte Gartenlandschaft auf seine Besucher wartet.

Valencia schönstes Parkhaus

Quelle: https://www.architravel.com

  1. Das Parkhaus als Smarthome

Santa Monica: Bunte Glasfronten und Fassadenleuchten erinnern tagsüber eher an ein Design-Kaufhaus, doch besonderes Flair gewinnt dieses Parkhaus nach Sonnenuntergang. Dann versorgen die Photovoltaik-Zellen auf dem Dach alle LED-Lampen des energiesparenden Gebäudes und lassen es in vollkommener Schönheit erstrahlen. Natürlich ist bei so viel Umweltbewusstsein und Innovation auch eine Strom-Zapfstelle für E-Autos dabei.