Mark ist Architekt. Seine berufliche Karriere begann er als Angestellter in einem Architektenbüro in KölnNun mit Anfang 40 wohnte er im Umland der Dom-Metropole und war selbstständig. Das Geschäft lief gut und auch privat konnte er sich nicht beklagen. Seine Frau hatte gerade das zweite Kind bekommen. Gedanken an die Finanzierung des Lebensabends hatte er stets verdrängt. Doch mit der zweiten Schwangerschaft drängte sich das Thema Altersabsicherung immer mehr in seinen Kopf. Reicht die Rente? Wie lässt sie sich aufstocken? Bei seiner Recherche stieß er auf das 3-Säulen-Modell, was dabei helfen kann, geschickt fürs Alter vorzusorgen.

​1. Säule: Basisversorgung der künftigen Rentner

Unter diese erste Säule der Vorsorgelösungen werden alle Maßnahmen gefasst, die die Basisversorgung der Rente darstellen. Hierzu zählen demnach:

  • Gesetzliche Rentenversicherung: verpflichtend für alle Angestellte und manche Selbstständige
  • Berufsständische Versorgungswerke: verpflichtend abgesichert sind Architekten, Anwälte, Ärzte, Steuerberater, Apotheker
  • Rürup-Rente: gedacht für Selbstständige mit gutem Einkommen; Abschluss für jeden möglich

Bei all diesen Vorsorgelösungen gibt es eine steuerliche Förderung, da alle Beiträge Teil der Sonderausgaben der Basisvorsorge sind. Sparer können sie zwar absetzen, aber es werden für die Renten Steuern erhoben.

2. Säule: Vorsorgeverträge mit Förderung

Hierunter fallen alle geförderten Vorsorgemöglichkeiten, zu denen die stark umstrittenen Riester-Verträge und eine etwaige betriebliche Altersvorsorgemöglichkeit gehören. Beide Varianten zielen insbesondere auf Angestellte ab. Bei den Riester-Verträgen handelt es sich in der Regel um private Rentenversicherungen oder Fondssparpläne mit staatlicher Förderung, bei denen die Beiträge steuerlich absetzbar sind. Die Betriebsrente wird vom Arbeitgeber ausgewählt. Angestellte müssen auf die Beiträge keine Steuern oder Sozialabgaben zahlen. Sofern der Arbeitgeber eine Zulage gibt, lohnen sich diese Verträge häufig.

Wer aus der zweiten Säule eine Rente bezieht, muss diese im Rahmen seines individuellen Steuersatzes bei Renteneintritt versteuern. Handelt es sich um eine Betriebsrente, werden im Alter die vollen Beitragszahlungen für Kranken- und Pflegeversicherung entrichtet. Das sind somit 18,7 %. Daher ist es wichtig, dass der Arbeitgeber einen monetären Beitrag dazu leistet.

3. Säule: private Vorsorgeverträge ohne spezielle Förderung

Diese Säule baut sich auf allen privaten Vorsorgeverträgen auf, die nicht klassisch gefördert werden. Dabei kann es sich somit um private Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen handeln. Die Beiträge kommen direkt aus dem Nettogehalt. Dies bedeutet, dass die Anleger auf die Beitragszahlungen bereits Einkommensteuer abgeführt haben. Ein Bonus ist, dass es in der Ansparphase keinerlei Steuern auf die Zinserträge oder Dividenden gibt. Die Rente aus den Vorsorgeverträgen wird ebenfalls nur unwesentlich besteuert. Dafür wird der Ertragsanteil herangezogen, mit dem der steuerpflichtige Teil einer Rente bezeichnet wird. Es ist kein fixer Wert, sondern es ist ein Prozentsatz, der sich an dem Renteneintrittsalter bemisst. Paragraf 22 des Einkommensteuergesetzes führt die Prozentsätze genau auf. Hier ein kurzer Auszug als Beispiel:

  • Renteneintritt mit 50: 30 %
  • Renteneintritt mit 60: 22%
  • Renteneintritt mit 65: 18 %

Geht Mark aus unserem Beispiel mit 65 Jahren in Rente, wird er nach dem heutigen Stand des Einkommensteuergesetzes 18 % Steuern auf seinen ausgezahlten Rentenbetrag zahlen.

Säule 0: flexible Absicherung

Das 3-Säulen-Modell wird durch eine vierte Säule ergänzt: der Säule 0. Zu dieser werden alle flexiblen Maßnahmen gezählt. Beispiele dafür sind Sparpläne auf börsennotierte Aktien-Indexfonds. Sie bilden die Werteentwicklung eines Indexes wie dem deutschen Aktienindex DAX ab. Dies bedeutet konkret: Einen Fondsmanager gibt es für die Aktien-Indexfonds nicht, sondern sie kopieren die Entwicklung des jeweiligen Aktienindexes. Nur die Verwaltungskosten in einer Höhe von etwa 10 % der Anlagesumme gehen von ihnen ab. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Anleger jeden Monat Geld einzahlen oder einmalig eine größere Summe hinterlegen kann. Bedeutsam ist bei dieser Anlagemöglichkeit, langfristig zu planen. Etwa 12 bis hin zu 15 Jahren beträgt die Laufzeit für solch einen Sparplan. Auf diese Weise verringern kurzfristige Kursschwankungen nicht das angelegte Geld.

Von besonderen steuerlichen Vorteilen profitiert der Anleger nicht. Er leistet die Beiträge aus seinem Nettoeinkommen. Spätere Erlöse durch den Verkauf oder Zins- sowie Dividendeneinnahmen werden im Rahmen des Abgeltungssteuersatzes erneut besteuert.

Immer begehrter: Immobilien zur Altersabsicherung

Immobilien sind eine weitere Möglichkeit, sich für das Alter abzusichern. Wer frühzeitig ein Eigenheim bezieht, spart an Mietkosten und hat das Objekt bereits lange vor der Rente abbezahlt. Mietfrei im Alter wohnen zu können, ist insbesondere im Hinblick auf das hohe Mietpreisniveau eine immense Erleichterung. Jedoch ist zu beachten, dass die Immobilie mit Weitsicht ausgewählt werden sollte. Nur so dient sie im vollen Umfang der Altersabsicherung. Und: Selbst genutztes Eigentum punktet mit Steuervorteilen. Weder die monatlich eingesparte Miete noch die Wertsteigerungen des Objekts werden besteuert.

Wer ein gutes Einkommen erzielt oder ein kleines Vermögen erbt, kann auch über Mietobjekte als Altersabsicherung nachdenken. Die daraus erzielte Miete lässt die Rente nach oben schießen. Wichtig hierbei ist, das richtige Objekt zu wählen. Die Einstiegspreise für Mietwohnungen und Mietshäuser sind hoch. Ein Fachmann kann dabei helfen, ein Finanzierungskonzept aufbauend auf den individuellen finanziellen Möglichkeiten zu erstellen. Achtung: Ein objektives Vorgehen ist unerlässlich. Kann der Privatinvestor die monatlichen Raten für den Kredit nicht mehr stemmen, ist das ganze Investment dahin. Zudem muss an die laufenden Nebenkosten für Mietobjekte gedacht werden.

Spezialimmobilie: Garage als Altersvorsorge

Garagen sind eine Kapitalanlagemöglichkeit, die besonders reizvoll ist. Dies liegt an folgenden Gründen:

  • Investition mit geringen Einstiegspreisen von rund 5.000 Euro
  • ideale Risikostreuung bei Kauf von mehreren Garagen
  • unkompliziert vermietet und keine langen Kündigungsfristen
  • keine Jahresabrechnung mit dem Mieter
  • geringer Verwaltungsaufwand
  • Reparaturen führt zumeist der Verwalter durch
  • höhere Renditen und Abschreibungen als bei Wohnimmobilien

Lediglich die Mieteingangskontrolle und die Teilnahme an der jährlichen Eigentümerversammlung fallen an.

Vorsorgemöglichkeiten nach individuellen Gegebenheiten checken

Das 3-Säulen-Modell ist sehr hilfreich, um die eigene Altersabsicherung zu planen. Es zeigt auf, welche Möglichkeiten es generell gibt. Jetzt muss nur noch überlegt werden, welche Vorsorgemöglichkeiten für einen selbst am besten sind. Dies hängt von mehreren Faktoren ab:

  • den finanziellen Möglichkeiten