Peter hatte 45 Jahre lang gearbeitet. Er lag mit seinem Gehalt in der Mitte des bundesdeutschen Durchschnittslohns und konnte davon ein solides Leben führen. Zweimal im Jahr fuhr er ans Mittelmeer, vor der Tür stand ein Mittelklassewagen und das Reihenhaus in der Vorstadtsiedlung war abbezahlt. Jetzt freute er sich auf seine Rente und dachte daran, über die Wintermonate nach Gran Canaria zu ziehen.

Doch als er einen Blick auf seine Rentenzahlung warf, musste er seine Pläne vom Altersruhesitz auf Gran Canaria streichen: Ihm blieben 1.400 Euro brutto, von denen noch Steuern und Krankenkassenbeiträge abgingen. 1.100 Euro verblieben ihm zum Leben. Dies war für ein Überwintern auf der Kanareninsel zu wenig. Hätte Peter bereits rechtzeitig über seine private Altersvorsorge nachgedacht, hätte er sein Plätzchen an der Sonne sicher gehabt. Was hatte er falsch gemacht? Und wie kann ich es selbst besser machen als Peter? Hier sind die Antworten.

Am Beginn steht die Bestandsaufnahme

Ganz gleich, um was es geht, eine Bestandsaufnahme ist stets die Basis für eine solide Entscheidung mit Weitsicht. Im ersten Schritt geht es daher darum, die eigene gesetzliche Rente einzuschätzen. Da das Rentensystem variabel ist, kann allerdings nur von Annahmen ausgegangen werden. Diese reichen als Anhaltspunkt jedoch aus. Im zweiten Schritt ist eine umfangreiche Informationssammlung erforderlich. Dafür sollten Sie sich ruhig ein wenig Zeit nehmen: Schon Super-Unternehmer John D. Rockefeller bemerkte Anfang des 20. Jahrhunderts, dass es smarter sei, eine Stunde über sein Vermögen nachzudenken, als einen Monat blind zu schuften. Recht hat er. Auf diese Weise lässt sich etwas aus dem Geld machen.

Tipp: Vertrauen Sie nicht allgemeingültigen Aussagen zur Vorsorge fürs Rentenalter. Stets hängt sie von Ihrem Alter, den individuellen Finanzen, der Art der Beschäftigung und der jeweiligen Lebensphase ab. Ein seriöser Finanzberater kann dabei helfen, eine korrekte Auskunft zu geben.

Wie hoch ist meine gesetzliche Rentenzahlung?

Regelmäßig empfangen Sie von der deutschen Rentenversicherung Post zu Ihrer Rentenzahlung. Mithilfe von diesen können Sie prognostizieren, wie hoch Ihre Rente im Alter sein wird. Wenn Sie mögen, können Sie eine Klärung Ihres Rentenkontos beantragen. Dies bringt zwei entscheidende Vorteile:

  • Sie erhalten einen Überblick darüber, ob Sie noch Nachweise liefern müssen. Ansonsten müssten Sie diese bei Renteneintritt nachreichen, was Zeit und Aufwand kostet.
  • Sie wissen präzise über Ihren Rentenstatus Bescheid und erhalten Auskunft über Ihr voraussichtliches Renteneintrittsalter sowie die Rentenhöhe.

Risikominimierung: Geldanlagen für die Altersvorsorge streuen

Bei Geldanlagen gilt ein wichtiges Prinzip: Streuen Sie Ihre Anlagen. Niemand weiß genau, was in 40 oder 50 Jahren sein wird. Es ist ein Blick in die Glaskugel. Zinsen können sinken, Börsen können schwanken und Rentenzahlungen können einkrachen. Sogar eine Insolvenz des Staates ist möglich. In Panik darf trotz dieser dunklen Zukunftsszenarien niemand verfallen. Es ist besser, das Risiko durch eine geschickte Streuung der Anlageformen zu minimieren.

5 Möglichkeiten fürs Alter vorzusorgen: Welche lohnt sich?

In der Praxis gibt es fünf bekannte Instrumente der privaten Vorsorge fürs Alter:

1. Die Betriebsrente: Alle Arbeitnehmer haben in Deutschland den Anspruch auf eine Betriebsrente. Bei dieser legt der Arbeitgeber einen fixen Bruttolohnanteil an. Für diese Rente fallen für den Arbeitnehmer weder Steuern noch Sozialabgaben an. Sobald das Rentenalter erreicht ist, erhält er diese Rente in kompletter Höhe oder jeden Monat einen bestimmten Betrag. Lohnenswert ist diese Möglichkeit vor allem für Besserverdiener.

2. Riester- und Rürup-Rente: Experten bezeichnen diese Altersabsicherung inzwischen als ineffizient. Dies begründe sich bei der Riester-Rente vor allem in der Niedrigzinsphase. Bei der Rürup-Rente ist die staatliche Förderung sehr gering.

3. Immobilien: Ein Eigenheim ist eine solide Möglichkeit, sich fürs Alter abzusichern. Sind hinreichend finanzielle Mittel vorhanden, eigenen sich vermietbare Objekte hervorragend als Investment. Eine gute Lage ist Voraussetzung für gute Renditen.

4. Lebensversicherung: Finanzexperten raten von dieser Möglichkeit der Altersabsicherung ab, da der Garantiezins gesenkt wurde. Um die Familie vor einem Schicksalsschlag zu schützen, bietet sich diese Versicherung an.

5. Fonds und ETFs: Dies sind etwas riskantere Anlageformen, die allerdings sehr gewinnbringend sein können. Um sie zu nutzen, sollte ein langer Atem mitgebracht werden. Kurzfristige und schnelle Gewinne sind nur schwer möglich. Wer für diese Anlageform einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten einplant, kann Kursschwankungen ausgleichen. Hinweis: Fonds sollten zur Risikominimierung gestreut werden. Eine gute Option können ETFs auf marktbreiten Aktienindizes sein.

Lohnt sich für mich eine Betriebsrente?

Für Peter aus unserem Beispiel hätte sich die Betriebsrente nicht gelohnt. Dies liegt daran, dass er nicht zu den Höherverdienern zählte. Um zu dieser Gruppe zu gehören, muss ein Jahresbruttoeinkommen von mindestens 71.400 Euro in Westdeutschland und 60.000 Euro in Ostdeutschland vorliegen. Wer weniger verdient, benötigt eine monetäre Unterstützung des Arbeitgebers. Diese ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Sind beide Voraussetzungen nicht vorhanden, lohnt sich die Betriebsrente nicht. Dies liegt an den zusätzlichen Steuer- und Sozialversicherungszahlungen, die nachträglich als Aufwand hinzukommen und die Auszahlung minimieren.

Gute Renditen zu kleinen Einstiegspreisen: Garagen als einfache Immobilie

Immobilien als Kapitalanlage und zur Altersabsicherung sind stets eine gute Idee, sofern die Lage stimmt. Leider sind sie allerdings auch kostenintensiv, weswegen sie sich nicht für jeden eignen. Eine lohnende Alternative zu den klassischen Mietwohnungen und Miethäusern sind Garagen. Sie sind zu einem deutlich geringen Einstiegspreis erhältlich und erfordern kaum Verwaltungsaufwand. Reparaturen führt für gewöhnlich der Verwalter durch. Beachtenswert ist außerdem, dass die Gesetzeslage hinsichtlich der Vermietung von Stellplätzen erheblich investorenfreundlicher ist als bei Wohnimmobilien: Sie können den Garagenstellplatz vermieten und kündigen, wie es Ihnen beliebt. Es herrscht Vertragsfreiheit.

Die Renditen und die Abschreibungen von Stellplätzen sind höher als bei Wohnungen. Wer gleich mehrere Garagenstellplätze kauft, streut das Ausfallrisiko.

Sparpläne als Vorsorgemöglichkeit

Es kann empfehlenswert sein, mit Sparplänen zu arbeiten. Bei diesem werden in regelmäßigen Abständen fixe Beitragszahlungen in eine Anlageform eingezahlt. Drei Formen der Sparpläne existieren:

  • Sparplan mit staatlicher Förderung: Hierzu gehören Rürup- und Riesterrenten.
  • Bankensparplan: Dies ist eine sichere, aber auch wenig rentable Anlageform. Sie profitieren von einem geringen, festen Zinssatz.
  • Fondssparplan: Hohe Renditen locken zahlreiche Anleger an, jedoch drohen gegebenenfalls Kursverluste. Für eine rentable Altersabsicherung sollten derzeit die Fondssparpläne zumindest eine Laufzeit von 15 bis 20 Jahren haben.

Freiwillige Rentenbeiträge: Eine weitere Möglichkeit der Altersabsicherung?

Die gesetzliche Rentenversicherung arbeitet mit dem Umlageverfahren. Die Beiträge werden demnach nicht angespart, sondern sofort an die derzeitigen Rentenberechtigten umverteilt. Mit jeder Einzahlung sammeln Sie jedoch Entgeltpunkte für Ihre eigene Rente. Sie können diese Punkte in die Höhe schießen lassen, indem Sie freiwillig in die Rentenkasse einzahlen. Dies ist allerdings nur für folgende Personengruppen mit einem Mindestalter von 16 Jahren möglich:

  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Beamte
  • nicht erwerbstätige wie Hausfrauen
  • Deutsche mit Wohnsitz im Ausland

Die Beitragszahlungen können auf einem Schlag oder in Teilzahlungen erfolgen. Ihre Höhe kann selbst bestimmt werden und ist zu jederzeit abänderbar. Die Mindestbeitragshöhe liegt bei 83,70 Euro. Der Höchstsatz beträgt derzeit 1.209 Euro pro Monat. Ein gro