Weil in anderen Staaten der Großteil der Menschen eine eigene Immobilie besitzt die ins Vermögen einberechnet wird, haben die Spanier, die Malteser und auch die Zyprer laut dem EZB-Bericht größeren Reichtum angehäuft als wir. Da fühlt sich der Deutsche doch plötzlich direkt arm.

Die Zahlen steigen zwar kontinuierlich, jedoch betrug die Quote der Eigentümer im Jahr 2010 nur rund 46 %. In Großbritannien sind es vergleichsweise rund 70 %, in Spanien und Italien sogar 80 %.  Das Resultat von flächendeckender Privatisierung nach dem Ende des Sozialismus hat dafür gesorgt, dass in südosteuropäischen Staaten wie der Slowakei oder Rumänien die Durchschnittsquote bei mehr als 90 % liegt.

Die Gründe für den hohen Anteil der Mieter in der Republik Deutschland sind allerdings historisch und kulturell bedingt. Rund 20 Prozent des Wohnraumes wurde im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten zerstört. 1950 fehlten 4,5 Millionen Wohnungen.

Der Staat reagierte hierauf damals mit Förderungen, Zuschüssen und Bürgschaften für den sozialen Wohnungsbau und lockte mit der Möglichkeit zur Abschreibung für Bauherren. Das Geld floss daher in den Bau von Mietobjekten.

Viele Mietwohnungen in Deutschland sind qualitativ besser, als Eigentumswohnungen in südlichen Ländern. Dort hat Wohneigentum einen ganz anderen Stellenwert. In Deutschland ist man als Mieter sehr zufrieden – und eher vorsichtig, was den Hauskauf angeht.

“Mieten ist einfach vernünftiger”, so Michael Voigtländer (Immobilienökonom am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln). “Selbst, wenn vielleicht mehr Deutsche eine Immobilie kaufen wollten, ist es für viele von ihnen gar nicht so einfach, an Geld für den Haus- oder Wohnungskauf zu kommen.”

Die Liebe zur Miete kostet die Deutschen. Jedoch ist das Wirtschaftsinstitut in Köln der Meinung, dass die Deutschen Metropolen im Vergleich mit anderen europäischen Ballungszentren relativ billig sind. In München liegt die Wohnkostenbelastung im Verhältnis von Miete zum Einkommen bei rund 25%, in Frankfurt und Köln bei ca. 21 %. Vergleichsweise sind es in London, Madrid oder Rom mehr als 40 %. Demnach wäre es kein Wunder, dass die Menschen in diesen Ländern so schnell wie möglich ein Haus kaufen wollen.

Ich freue mich sehr, von Ihnen zu hören!

Herzliche Grüße aus Markt Schwaben,

Gerhard Lidl
Vorstandsvorsitzender

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